Es sind dies 16 Atemmethoden aus dem Buch “Der Buddha  - Sein Leben, seine Lehren, seine Weisheiten” von Thich Nhat Hanh. Es empfielt sich diese Atemmethoden täglich und schrittweise aufzubauen bis sie dauerhaft in den Alltag eingebaut sind. Dieses Bewusste Atmen ist eine Energiearbeit, die zu innerer Ruhe, Achtsamkeit und Selbstbewusstheit führt. Man übt sie wie folgt:

  1. “Lang einatmend weiss ich, dass ich lang einatme. Lang ausatmend weiss ich, dass ich lang ausatme.”
  2. “Kurz einatmend weiss ich, dass ich kurz einatme. Kurz ausatmend weiss ich, dass ich kurz ausatme.”
    Diese beiden Atemmethoden ermöglichen euch, unachtsames und unnötiges Denken zu durchschneiden, und zur gleichen Zeit lassen sie Achtsamkeit entstehen und befähigen euch, dem Leben im gegenwärtigen Moment zu begegnen. Unachtsamkeit ist die Abwesenheit von Achtsamkeit. Mit Bewusstheit atmen befähigt uns, zu uns selbst, zum Leben zurückzukehren.
  3. “Ich atme ein und nehme meinen ganzen Körper bewusst wahr. Ich atme aus und nehme meinen ganzen Körper bewusst wahr.”
    Diese Atemmethode ermöglicht euch, den Körper zu betrachten und in direktem Kontakt mit eurem Körper zu sein. Die bewusste Wahrnehmung des ganzen Körpers und die bewusste Wahrnehmung jeden Körperteils lässt euch die wundervolle Gegenwärtigkeit des Körpers erfahren und den Prozess von Leben und Tod, der sich in eurem Körper entfaltet.
  4. “Ich atme ein und lasse meinen ganzen Körper ruhig und friedvoll werden. Ich atme aus und lasse meinen ganzen Körper ruhig und friedvoll werden.”
    Diese Atemmethode hilft euch, im Körper Ruhe und Frieden zu verwirklichen und einen Zustand zu erreichen, in dem Geist, Körper und Atem eine harmonische Wirklichkeit sind.
  5. “Ich atme ein und empfinde ein Gefühl der Freude. Ich atme aus und empfinde ein Gefühl der Freude.”
  6. “Ich atme ein und empfinde ein Gefühl des Glücks. Ich atme aus und empfinde ein Gefühl des Glücks.”
    Mit diesen beiden Atemmethoden seid ihr in den Bereich der Empfindungen gelangt. Diese beiden Atemmethoden schaffen Frieden und Freude und nähren so Geist und Körper. Zerstreuung und Unachtsamkeit haben ein Ende; ihr kehrt zu euch selbst zurück und seid euch des gegenwärtigen Momentes vollkommen bewusst. Glück und Freude entstehen in euch. Ihr verweilt im Wunderbaren des Lebens und seid fähig, den Frieden und die Freude zu erleben, die die Achtsamkeit hervorbringt. Dank eurer Berührung mit den Wundern des Lebens könnt ihr die neutralen Empfindungen in angenehme Empfindungen verwandeln. Diese beiden Atemmethoden führen daher zu angenehmen Empfindungen.
  7. “Ich atme ein und nehme die Aktivitäten des Geistes in mir bewusst wahr. Ich atme aus und nehme die Aktivitäten des Geistes in mir bewusst wahr.”
  8. “Ich atme ein und lasse die Aktivitäten meines Geistes ruhig und friedvoll werden. Ich atme aus und lasse die Aktivitäten des Geistes ruhig und friedvoll werden.”
    Diese beiden Atemmethoden befähigen euch, die Gefühle, die in euch aufsteigen – seien es nun angenehme, unangenehme oder neutrale -, genau zu betrachten und sie ruhig und friedvoll werden zu lassen. Mit den “Aktivitäten des Geistes” sind in diesem Falle die Gefühle gemeint. Seit ihr euch eurer Gefühle bewusst und könnt ihr in ihre Natur, ihre Wurzeln hineinschauen, so könnt ihr Kontrolle über sie erlangen und sie ruhig und friedvoll werden lassen; mag es sich auch um unangenehme Gefühle handeln, die aus Begierde, Zorn und Eifersucht entstanden sind.
  9. “Ich atme ein und nehme meinen Geist bewusst wahr. Ich atme aus und nehme meinen Geist bewusst wahr.”
  10. “Ich atme ein und lasse meinen Geist glücklich und friedvoll werden. Ich atme aus und lasse meinen Geist glücklich und friedvoll werden.”
  11. “Ich atme ein und konzentriere meinen Geist. Ich atme aus und konzentriere meinen Geist.”
  12. “Ich atme ein und befreie meinen Geist. Ich atme aus und befreie meinen Geist.”
    Mit den letzten vier Atemmethoden seid ihr in den dritten Bereich, den Bereich des Geistes, gelangt. Die neunte Atemmethode befähigt euch, die Zustände des Geistes zu erkennen. Dazu gehören Wahrnehmungen, Denken, Unterscheiden, Glücksgefühle, Traurigkeit und Zweifel. Ihr nehmt diese Zustände wahr und erkennt sie, um tief in die Aktivitäten des Geistes hineinzuschauen. Nehmt ihr die Aktivitäten des Geistes bewusst wahr und erkennt ihr sie, so seid ihr fähig, euren Geist zu konzentrieren und ihn ruhig und friedvoll werden zu lassen. Das geschieht durch die zehnte und elfte Atemmethode. Die zwölfte Atemmethode ermöglicht euch, alle Hindernisse des Geistes aufzulösen. Euer Geist erhellt sich, ihr könnt die Wurzeln aller geistigen Formkräfte erkennen und so alle Hindernisse überwinden.
  13. “Ich atme ein und beobachte die unbeständige Natur aller Wahrheiten. Ich atme aus und beobachte die unbeständige Natur aller Wahrheiten.”
  14. “Ich atme ein und beobachte das Erlöschen aller Wahrheiten. Ich atme aus und beobachte das Erlöschen aller Wahrheiten.”
  15. “Ich atme ein und betrachte vollkommene Befreiung. Ich atme aus und betrachte vollkommene Befreiung.”
  16. “Ich atme ein und betrachte das Loslassen. Ich atme aus und betrachte das Loslassen.”
    Mit diesen vier Atemmethoden gelangt ihr in den Bereich der Geistesobjekte und konzentriert den Geist, um die wahre Natur aller Wahrheiten (universellen Gesetzen) zu beobachten. Zunächst beobachtet ihr die unbeständige Natur aller Wahrheiten. Weil alle universellen Gesetze unbeständig sind, müssen sie alle erlöschen. Wenn ihr die unbeständige Natur aller Wahrheiten und ihr Erlöschen klar versteht, seid ihr nicht länger an den endlosen Kreislauf von Geburt und Tod gebunden; daher könnt ihr loslassen und Befreiung erlangen. Loslassen bedeutet nicht, das Leben gering zu schätzen oder vor ihm davonzulaufen! Loslassen bedeutet das Loslassen von Verlangen und Anhaften, so dass ihr nicht mehr unter dem endlosen Kreislauf von Leben und Tod leidet, dem alle Wahrheiten (universellen Gesetze) unterworfen sind. Habt ihr erst losgelassen und Befreiung erlangt, könnt ihr, mitten im Leben stehend, in Frieden und Freude leben. Es gibt dann nichts mehr, das euch bindet.
  17. So lehrte der Buddha, wie man durch die sechzehn Methoden des bewussten Atmens den Körper, die Empfindungen, den Geist und die Geistesobjekte umfassend wahrnehmen kann.

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